Montag, 19. Dezember 2011
Müssen Weisheitszähne grundsätzlich gezogen werden?
Dr. Désirée Burg, Oralchirurgin: Nein, nicht grundsätzlich. Das hängt von der individuellen Situation des Patienten ab. Zum Beispiel, wenn die Weisheitszähne im Kiefer verlagert sind, und das Risiko besteht, dass andere Zähne beschädigt werden, oder dass sich daraus Entzündungen ergeben können, dann müssen die Zähne entfernt werden. Oder wenn sie zum Beispiel zu einem Engstand führen, so dass sich die Frontzähne 'übereinander' schieben, dann sollten sie auch entfernt werden. Aber wenn die Zähne ganz normal in der Zahnreihe stehen, und Platz haben, dann sind Weisheitszähne wie ein ganz normaler Backenzahn zu bewerten, und müssen folglich auch nicht entfernt werden!
2. Brauche ich dafür eine Vollnarkose?
Nicht unbedingt. Das ist Ermessenssache: Patienten, die besonders ängstlich sind, und den Eingriff nicht miterleben möchten, oder wer in einer Sitzung alle vier Weisheitszähne entfernt haben möchte, da empfehle ich die Narkose - aber medizinisch notwendig ist sie nicht!
3. Ist das immer eine 'Operation'
Das hängt von der Lage des Weisheitszahnes ab: Wenn der Weisheitszahn die Kauebene schon erreicht hat, also wie ein normaler Backenzahn in der Zahnreihe steht (also auch gut zu sehen ist), dann ist es keine Operation, sondern eine ganz normale Extraktion bzw. Entfernung. Dann muss man den Weisheitszahn lediglich lockern und ihn dann entnehmen. Operation heißt in dem Sinne, dass der Weisheitszahn dann im Kiefer noch voll verlagert sein muss, d.h. vollständig von Knochen ummantelt und in der Mundhöhle nicht sichtbar ist - nur auf dem Roentgenbild. Dann muss ich das Zahnfleisch natürlich aufschneiden, abklappen, und den umliegenden Knochen schonend abtragen, um an diesen Weisheitszahn überhaupt heranzukommen. Wenn ich ihn entnommen habe, nähe ich die Wunde wieder zu, und das bezeichnet man dann als Operation.
4. Braucht man dafür viel Kraft?
Nein, auf keinen Fall. Das ist wirklich eine Sache der Technik, des Gefühls, und auch der Erfahrung. Man hat da spezielle Instrumente, sogenannte "Hebel", mit denen man den Zahn vorsichtig lockert, und dann entnimmt. Und das kostet kaum Kraft.
5. Und Zeit?
Das hängt viel von der Erfahrung des Operateurs ab: Wenn man eine gewisse Routine hat und chirurgisch versiert ist, dann geht das sehr schnell, also innerhalb weniger Minuten.
6. Wann würden Sie die Vollnarkose empfehlen?
Also, wenn alle vier Weisheitszähne entfernt werden müssen und das im Vorfeld klar ist, dann würde ich auf jeden Fall eine Vollnarkose empfehlen, weil es nicht so belastend ist für den Patienten, weil er viel Zeit spart - es ist nämlich nur ein Eingriff, der innerhalb einer guten halben Stunde erledigt ist - und dann hat er nur einmal eine Schwellung, nur einmal ein wenig Wundschmerzen, und dan ist er fertig!
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Dauerhafte Haarentfernung ohne Schmerzen?

Die meist verbreiteten Methoden zur dauerhaften Haarentfernung sind oft sehr schmerzhaft oder wenig effektiv. Methoden wie Wachsen, Zupfen, Rasieren sind teilweise recht schmerzhaft und müssen regelmäßig angewendet werden. Nadelepilationen z.B. wirken länger, sind aber zeitaufwendig und für größere Flächen nicht geeignet. Schonender, schmerzärmer und nachhaltiger funktioniert da die Behandlung mit Diodenlaser.
Haarentfernung mit Diodenlaser ist schmerzarm (aber nicht schmerzfrei!)
Die klinisch getestete, und auch von Ärzten eingesetzte Vikini Lasertherapie für dauerhafte Haarentfernung löst diese Probleme durch den Einsatz modernster Technik. Unerwünschte Haare können an allen Körperstellen dauerhaft beseitigt werden, egal bei welchem Haut- und Haartyp. Die extreme Kühlung des Laserkopfes schützt die Haut, sorgt für ein angenehmes Behandlungsgefühl und beugt überschüssigen Hautreizungen vor. Die Behandlungen dauern, je nach Hautareal, nicht mehr als 15 Minuten und werden meist nur als ein leichtes Zwicken wahrgenommen. Oft reichen 3-5 Behandlungen aus.
Dauerhafte Haarentfernung in Köln
Im Massage-, Beauty- und Wellness-Zentrum Artesian Well in Köln (Nähe Rudolfplatz) haben wir diese Technik erfolgreich eingeführt und wenden das Verfahren sowohl für kleine Behandlungen (z.B. Oberlippenbehaarung) wie auch zur Ganzkörperenthaarung an. Die Preise sind im Vergleich zu anderen Verfahren deutlich günstiger und beginnen bereits bei 29 Euro je Behandlung.
Mittwoch, 16. November 2011
Welche Ursachen gibt es für Mundgeruch?
Ursachen für Mundgeruch
Eine leider weit verbreitete Ansicht ist, dass Mundgeruch seine Ursache im Magen-Darmtrakt hat. Dies hat zur Folge, dass Menschen mit Mundgeruch zunächst eine Gastroskopie über sich ergehen lassen, anstatt einen Zahnarzt aufzusuchen. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass in 85-90% aller Fälle von Mundgeruch eine bakterielle Zersetzung organischen Materials in der Mundhöhle die Ursache für Halitosis und somit die Mundhöhle der mit Abstand häufigste Entstehungsort für Mundgeruch ist.Die geruchsintensiven flüchtigen Verbindungen entstehen im Mund durch anaerobe Mikroorganismen. Die meisten oralen Bakterien (60-80%) des Menschen befinden sich auf der Zungenoberfläche, die speziell für Anaerobier unzählige sauerstoffgeschützte Nischen bietet. Daher ist der Zungenrücken in Kombination mit Zungenbelag eine der häufigsten Ursache für Halitosis. Der Zusammenhang zwischen Zungenbelag und Halitosis konnte in verschiedenen Untersuchungen nachgewiesen werden.
Parodontose und Karies als Ursache
Weitere Ursachen sind Parodontitis, Karies und mangelhafte Mundhygiene, lokale Infektionen (u.a. Gingivitis, Periimplantitis) sowie ungepflegter abnehmbarer Zahnersatz. Die Entstehung von Halitosis wird von einigen begünstigenden Faktoren wesentlich mitbestimmt. Der wichtigste ist eine reduzierte Speichelflussrate, die in professionellen Sprechstunden beim Zahnarzt gemessen und als solche erkannt werden muss. Weitere bekannte Faktoren sind Stress, Rauchen, hoher Kaffeekonsum, Mundatmung, einseitige Ernährung (auch spezielle Diäten), Zungenpiercings, Alkoholkonsum, die Anzahl der Mahlzeiten pro Tag, Fleischkonsum sowie die getrunkene Wassermenge pro Tag.Ursachen im Magen-Darm-Trakt sind – prozentual betrachtet – marginal (< 0.1%). Meist sind Magen und Darm so gut abgedichtet, dass nur bei Patienten mit Kardiainsuffizienz, gastro-ösophagealem Reflux oder Divertikeln der Gastrointestinaltrakt als Ursache für Halitosis in Frage kommt.
Zahlreiche Medikamente haben zudem als klassische Nebenwirkung eine Reduktion der Speichelfließrate, z.B. Eisenersatzpräparate, Anorektika, Antidepressiva, Antipsychotika sowie Antihypertensiva. Ein nicht geringer Anteil der Gesamtbevölkerung nimmt eines oder mehrere dieser Medikamente regelmäßig ein.
Samstag, 12. November 2011
Hilft Akupunktur in der Schwangerschaft?
Akupunktur gehört zu den ältesten medizinischen Heilverfahren. Sie kann definiert werden als Reiztherapie an der Körperoberfläche, die auf das Körperinnere wirkt. Auf topographisch definierten Bahnen ("Meridiane") unter der Haut fließt ein Energiestrom: der Qi-Fluss
Ziel der Behandlung ist es, über geeignete Orte unter der Haut - den Akupunkturpunkten - den Qi-Fluss zu erreichen und zu modulieren. Beispielsweise werden Blockaden gelöst und Botenstoffe freigesetzt, die Schmerzen lindern, das Immunsystem stabilisieren bzw. das Wohlbefinden steigern.
» Frauenheilkundliche Störungen
Klimakterische Beschwerden, schmerzhafte Regelblutungen und Zyklusunregelmäßigkeiten, Allergien, Neurodermitis, chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung.
» Schwangerschaft
Hier eröffnet sich ein breites Anwendungsspektrum: So kann die Schwangerschaftsübelkeit, die Tendenz zu vorzeitigen Wehen und Ödembildungen erfolgreich behandelt werden.
» Geburtsvorbereitung und Stillzeit
Die geburtsvorbereitende Akupunktur hat einen positiven Einfluss auf die Geburtsdauer und -Intensität. In der Stillzeit hilft Akupunktur bei mangelnder Milchbildung.
Mehr Infos und Beratung über mit Akupunktur behandelbare Krankheiten und Beschwerden in der Frauenarztpraxis,
Akupunktur in der Schwangerschaft
In geschulter Hand ist Akupunktur praktisch nebenwirkungsfrei, jederzeit wiederhoilbar und auch neben anderen Behandlungsverfahren einsetzbar. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne! Anwendungsmöglichkeiten» Frauenheilkundliche Störungen
Klimakterische Beschwerden, schmerzhafte Regelblutungen und Zyklusunregelmäßigkeiten, Allergien, Neurodermitis, chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung.
» Schwangerschaft
Hier eröffnet sich ein breites Anwendungsspektrum: So kann die Schwangerschaftsübelkeit, die Tendenz zu vorzeitigen Wehen und Ödembildungen erfolgreich behandelt werden.
» Geburtsvorbereitung und Stillzeit
Die geburtsvorbereitende Akupunktur hat einen positiven Einfluss auf die Geburtsdauer und -Intensität. In der Stillzeit hilft Akupunktur bei mangelnder Milchbildung.
Mehr Infos und Beratung über mit Akupunktur behandelbare Krankheiten und Beschwerden in der Frauenarztpraxis,
Was macht man, wenn es im Kiefer knackt oder knirscht?
Unser gesamtes Kausystem ist vergleichbar mit einem Uhrwerk, dessen Einzelteile fein aufeinander abgestimmt sind. Wenn Kieferknochen, Kiefergelenk oder Zähne aus der Balance geraten, hat das Auswirkungen auf den gesamten Körper, sogar unsere inneren Organe können davon beeinträchtigt werden.
Die Funktionstherapie behandelt Funktionsstörungen des Kausystems, die ein durchaus verbreitetes gesundheitliches Problem darstellen.
Rund 7 Mio. Menschen sind schätzungsweise bundesweit davon betroffen. Die Liste der Funktionsstörungen ist lang – von Muskelverspannungen, chronischen Kopfschmerzen, über Migräne, Verspannungen im Halswirbel-Bereich, Schwindelgefühle, bis hin zu Tinnitus, Ohrenschmerzen oder Schnarchen. Sehr häufig treten auch Knack-, Knirsch- und Reibegeräusche im Kiefergelenksbereich auf, auch überempfindliche Zähne und Zahnhälse können dort ihre Ursache haben.
Rund 7 Mio. Menschen sind schätzungsweise bundesweit davon betroffen. Die Liste der Funktionsstörungen ist lang – von Muskelverspannungen, chronischen Kopfschmerzen, über Migräne, Verspannungen im Halswirbel-Bereich, Schwindelgefühle, bis hin zu Tinnitus, Ohrenschmerzen oder Schnarchen. Sehr häufig treten auch Knack-, Knirsch- und Reibegeräusche im Kiefergelenksbereich auf, auch überempfindliche Zähne und Zahnhälse können dort ihre Ursache haben.
Zahnarzt für Funktionsanalyse
Um wieder Ordnung in das gestörte System zu bringen, unterzieht man den Patienten einer Funktionsanalyse. Dabei wird unter anderem die Stellung von Kiefer und Zähnen sowie ihre Lagebeziehung zu einander erfasst. Das Ergebnis ermöglicht eine exakte Planung aller erforderlichen Therapiemaßnahmen. Oft hilft eine Kunststoffschiene, die anhand der Analyse individuell angepasst wird und alle Kauflächen abdeckt, so dass fehlerhafte Zahnkontakte entkuppelt werden. Über Nacht getragen, lassen die Beschwerden mit der Zeit nach oder verschwinden sogar ganz.Mittwoch, 2. November 2011
Muss man Weisheitszähne entfernen?
Eine gründliche Untersuchung zeigt, ob Weisheitszähne für Komplikationen sorgen. Bei ausreichenden Platzverhältnissen kann der Weisheitszahn im Kiefer belassen werden. Sollte ein Weisheitszahn jedoch wegen Platzmangel andere Zähne abdrängen, oder nicht senkrecht nach oben wachsen, kann es zu Zahnfehlstellungen und Zahnwurzelschäden kommen. Hier ist eine Behandlung wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Weisheitszähne entfernen kann Abszessbildung verhindern
Auch wenn Weisheitszähne nur teilweise durchbrechen und stellenweise mit Zahnfleisch bedeckt bleiben, sammeln sich unter dem Zahnfleisch Bakterien an. Daraus entstehen Entzündungen bis hin zu Abszessbildungen, was eine Behandlung unumgänglich macht. Erfahren Sie mehr über unser Behandlungskonzept und Ihre Vorteile in unserem Schwerpunkt-Thema Weisheitszähne entfernenDienstag, 25. Oktober 2011
Kostenloser Rat vom Doktor a.D. - oder auch von Studenten
Interessanter Artikel in der Aachener Zeitung über den Arzt Dr. Ulrich Albert, der sein medizinisches Fachwissen zum Nutzen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen möchte, vor allem zum Erklären von Befunden. Das leistet nun auch eine Web-Plattform
Die Achener Zeitung schreibt:"Der Doktor a. D. hat die niedergelassenen Ärzte im Raum Simmerath bereits über sein Projekt informiert und die Zielrichtung erläutert. Dr. Albert: «Gedacht ist zum Beispiel an die Erläuterung von Facharztbefunden.» Für manchen Patienten ist der Arztbrief ein Buch mit sieben Siegeln, und in solchen Fällen bietet Albert seine Hilfe an, wenn es um die Erläuterung medizinischer Fachbegriffe geht."
Wer allerdings nicht gerade in Aachen und Umgebung wohnt, wird sich eventuell für diesen Dienst interessieren: Washabich.de: Medizinstudenten übersetzen Ihren medizinischen Befund in eine verständliche Sprache. Kostenlos. Der Dienst ist dann aber auch gleich so gut eingeschlagen, dass die Seite sich momentan entschuldigt und baldige Besserung gelobt.
Ratlose Patienten sollten sich daher solange in Richtung Simmerath auf den Weg machen, um ihre Facharztbefunde entschlüsseln zu lassen ;-)
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Gesunde Zähne mit 80?
Rund 70 % der Zahnerhaltung läuft über Zahnprophylaxe und gute Mundhygiene. Doch die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, wie wertvoll gesunde Zähne sind.
Der Frankfurter Zahnarzt Dr. Wolfgang Kuhl plädiert für eine Bewusstseinsschärfung von Jugend an und für regelmäßige „Inspektionstermine“ beim Zahnarzt.Welche Einflussfaktoren bestimmen die Lebensdauer der Zähne?
Den größten Einfluss hat mit 70% bestimmt jeder selbst, indem er sich gut um seine Zähne kümmert. Zum einen, dass er seine tägliche Mundhygiene perfektioniert, zum anderen, dass er kleine Defekte sofort in Ordnung bringen lässt, bevor größere Folgeschäden entstehen können. Weitere 20% bestimmt der Zahnarzt durch entsprechende Pflege und Qualität seiner Arbeit, und ein zehnprozentiger Anteil ist auf gute erbliche Anlagen zurückzuführen.
Was raten Sie Patienten, bei denen schon etliche Zähne fehlen und die Kau- und Sprachfähigkeit deutlich eingeschränkt ist?
Wir leben heute in einer Zeit, in der es medizinisch möglich ist, sicher funktionierenden und ästethischen Zahnersatz anzufertigen. Je länger damit gewartet wird, umso schwieriger und teurer wird dieser jedoch. Sind die Zähne erst wieder hergestellt, gilt auch hier, dass die sehr gute Pflege der wichtigste Faktor für lange Haltbarkeit ist.Was muss sich in Zukunft ändern?
Es wird ein anderes Verhältnis zwischen dem Zahnarzt, der professionell die Zähne pflegt und wiederherstellt, und seinem Patienten entstehen müssen. Eine Partnerschaft sozusagen, in der der Zahnarzt die Verantwortung hat, jegliche Möglichkeiten in Prophylaxe und Pflege zu leisten. Der Besuch beim Zahnarzt ist dann mit einer Inspektion vergleichbar.Gibt es Menschen mit Zähnen ohne Mängel?
Im Alter zwischen 13 und 15 Jahren haben Jugendliche heute häufig einen kariesfreien Zahnzustand. Jetzt ist es an der Zeit, die oben genannte Partnerschaft einzugehen, denn die Zähne müssen ein Leben lang halten.Lässt sich der Wert, den der Mensch durch mangelnde Zahn- Prävention aufs Spiel setzt, beziffern?
Wenn heute ein Zahn mit einer hochwertigen Krone versehen wird, kostet dieser ca. 850.- Euro. Bei 28 Zähnen haben wir einen Wert von 25.000 Euro von der Natur mit bekommen. Dies noch drastischer formuliert: Wenn heute ein Zahn mit einem Implantat und einer Krone darauf ersetzt wird, ist das ein Wert von ca. 3.300 Euro. 28 Zähne hätten also einen Wert von ca. 100.000 Euro. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie kaufen Ihrem Kind mit 18 Jahren nach bestandener Führerscheinprüfung ein Auto für 100.00 Euro - z.B. ein Porsche - mit der Maßgabe, es müsse ein Leben lang halten. Wie sähe hier im Vergleich die Pflege und Wartung des Wagens aus!?Was ist Ihrer Meinung nach die Ursache, dass es nicht so funktioniert?
Wir haben es schlicht und einfach nicht gelernt. Weder von unseren Eltern, noch in der Schule, noch im Fernsehen. Hier besteht eine große Aufgabe für die Zukunft, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was wir von der Natur aus mitbekommen, haben.Wie könnte ein solche Bewusstseinsschärfung in der Praxis aussehen?
Sobald der Patient eingesehen hat, dass professionelle Betreuung notwendig ist, wird er in regelmäßigen Abständen, etwa alle 6 Monate, zum Check-Up und zur professionellen Zahnreinigung in die Praxis kommen. Falls hier die Notwendigkeit besteht, kümmert sich der Zahnarzt um die Terminierung und Einhaltung der „Inspektionstermine“ – vergleichbar mit der regelmäßigen Autowartung.Welchen Rat geben Sie uns mit auf den Weg?
Geben Sie Ihrem inneren Schweinehund keine Chance. Sobald sie eine Unregelmäßigkeit an Ihren Zähnen feststellen, lassen Sie sie von Ihrem Zahnarzt überprüfen und falls notwendig in Ordnung bringen. Gehen Sie zum Zahnarzt, bevor Zahnschmerz Sie dorthin bringt, damit gesunde Zähne mit 80 keine Utopie mehr sind.Interview mit Dr. Wolfgang Kuhl, Zahnarzt Frankfurt
Kann man Parodontose heilen?
Was ist Parodontose?
Bei der Parodontose handelt es sich um eine Erkrankung des Zahnhalteapparates und damit des Gewebes was den Zahn in der Mundhöhle umgibt. Das heißt: Zahnfleisch und darunterliegender Kieferknochen. Bei über 80% unserer Bevölkerung liegt eine Erkrankung des Zahnfleisches vor. Damit zählt die Parodontose neben Karies zur Volkskrankheit Nr. 1
Woran kann ich merken, ob ich Parodontose habe?
Sie können es dadurch merken, dass ihr Zahnfleisch ab und zu blutet und das nicht nur beim Zähneputzen sondern auch spontan beim sprechen oder essen kleinere Blutungen auftreten. Man sieht auch, dass das Zahnfleisch geschwollen und dunkelrot verfärbt ist. Wenn man in diesem Stadium die Erkrankung nicht erkennt, dann kann sie sehr heimtückisch und schleichend fortschreiten und lange Zeit unbemerkt verlaufen, da oft lange keine Schmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf bildet sich dann nicht nur das Zahnfleisch zurück, sondern auch der darunterliegende Knochen, der ja die Zahnwurzel hält. Folglich fangen die Zähne dann irgendwann an zu wackeln und gehen verloren oder fallen aus.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass man oft eine Überempfindlichkeit an den Zähnen feststellt.
Drittes Erkennungszeichen ist auch ein unangenehmer Mundgeruch, den man ja oft selbst gar nicht wahrnimmt sondern nur die Mitmenschen mitbekommen. Ganz wichtig in allen Fällen, lassen Sie sich bei Ihrem Zahnarzt einen Vorsorgeuntersuchungstermin geben.
Wie kann denn so etwas in Deutschland so häufig vorkommen?
Das liegt unter anderem daran, dass die Zahngesundheitsvorsorge, auch Prophylaxe genannt, erst in den letzten Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen hat und dass der Krankheit Parodontose nicht soviel Beachtung geschenkt wurde.
Erst in den letzen Jahren haben sich einige Zahnärzte durch Zusatzstudium ganz auf die Behandlung der Parodontose-Erkrankungen spezialisiert. Man erkennt diese Zahnärzte an der Zusatzbezeichnung Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie.
Denn die Parodontose ist ja eine Infektionserkrankung. Es ist für mich daher besonders wichtig darüber zu informieren, dass diese Erkrankung ja auch ansteckend ist: Sie können diese Bakterien und Keime an Ihren Lebenspartner und auch an ihre Kinder übertragen.
Wie belastend ist Parodontose?
Wenn Sie an Parodontitis erkrankt sind, haben Sie ein deutlich höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt. Auch bei Diabetikern kann sich eine Parodontalerkrankung sehr negativ auswirken. Eine unbehandelte Parodontitis belastet also den gesamten Körper. Die Erreger können über die Blutbahn den gesamten Organismus und die Organe schädigen. Dieses Gesundheitsrisiko wird häufig unterschätzt.
Ist denn Parodontose eine Veranlagung oder was sind die Ursachen?
Teilweise ja – die Hauptursache der Krankheit ist jedoch ein bakterieller Zahnbelag, der aber oft in Kombination mit zahlreichen persönlichen Risikofaktoren das Krankheitsbild erst auslöst. Zu diesen Risikofaktoren zählen zum einen das Rauchen, dann Hormonveränderungen, Diabetes, Immunerkrankungen und auch genetische Faktoren.
Wie kann ich denn als Patient sicher sein, dass ich keine Parodontose habe?
Zum einen ist ganz wichtig dass Sie regelmäßig ihre Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Zahnarzt wahrnehmen und darüber hinaus gibt es professionelle Früherkennungstests mit denen sich die Parodontitis sicher feststellen lässt. Unter anderem z. B. sog. Keimtests und genetische Tests, die in auf Parodontologie spezialisierten Praxen häufig angewandt werden.
Was muss denn gemacht werden, wenn bei mir eine Parodontose festgestellt wird? Kann man das behandeln?
Auf jeden Fall kann man die Parodontose behandeln. Wichtig ist dass ein systematisches Behandlungskonzept angewandt wird. An erster Stelle steht ein ausführliches Beratungsgespräch in Verbindung mit einer Voruntersuchung. Zahnfleischtaschen werden gemessen und die individuelle persönliche Situation wird analysiert. Nach Abschluss der Diagnostik (Untersuchung) erhält der Patient eine ausführliche Dokumentation über den vorgesehenen Behandlungsablauf.
Bezahlt die Krankenkasse eine Parodontosebehandlung?
Ja, die Krankenkasse bezahlt Ihnen zu 100% die Parodontosebehandlung. Voraussetzung für diesen Anspruch ist jedoch, dass der eine Vorbehandlung auf eigene Kosten erfolgreich abgeschlossen wurde. Gerade die Vorbehandlung ist wichtig, es gibt dafür speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen, die von Parodontosespezialisten trainiert werden. Der Umfang und die Dauer der Vorbehandlung richten sich dabei nach der Schwere des Krankheitsbildes. Die Kosten dafür liegen je nach Aufwand zwischen 100 und 200 Euro.
Wie sind denn die Erfolgsaussichten, wenn ich mich einer solchen Behandlung unterziehe? Bin ich dann geheilt?
Die Erfolgsaussichten sind sehr gut und die Behandlung führt in der Regel zur Heilung. Allerdings muss man dazu sagen, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist - wie beim Diabetes auch - eine lebenslange Nachsorge notwenig. Je nach persönlichem Risikoprofil ist ein Nachsorgeprogramm 2 bis 4 Mal pro Jahr erforderlich, um das erzielte Behandlungsergebnis stabil zu erhalten. Damit können Sie sicherstellen, dass Sie Ihre eigenen Zähne behalten können. Sie schützen somit sich, Ihre Kinder und Partner vor Zahnverlust. Damit bauen Sie ein Schutzschild für Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch auf und vermeiden auch den oft so unangenehmen Mundgeruch. Sie haben saubere Zähne und ein gesundes Zahnfleisch und erleben Wohlbefinden im Mund.
Interview mit Dr. Désirée Burg, Idar-Oberstein - Zahnärztin für Oralchirurgie
Interview mit Dr. Désirée Burg, Idar-Oberstein - Zahnärztin für Oralchirurgie
Abonnieren
Posts (Atom)
